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Kardinalbefunde zur Differenzialdiagnose zerebrale Vaskulitis vs. reversibles zerebrales Vasokonstriktionssyndrom [Cardinal findings for differential diagnosis of cerebral vasculitis vs. reversible cerebral vasoconstriction syndrome].

Nervenarzt. 2022 May 24. German. doi: 10.1007/s00115-022-01305-2. Epub ahead of print. PMID: 35608620.

Authors/Editors: Vöglein J, Levin J, Forbrig R, Liebig T, Dieterich M, Danek A.
Publication Date: 2022

Abstract

Erwiderung

Becker J, Berlit P, Kastrup O et al (2022) Eine Kontrastmittelaufnahme der Gefäßwand beweist keine zerebrale Vaskulitis! https://doi.org/10.1007/s00115-022-01304-3.

Originalbeitrag

Vöglein J, Levin J, Forbrig R et al (2021) Amphetamin induzierte zerebrale Vaskulitis – ein Fallbericht. Nervenarzt 92:1302–1304. https://doi.org/10.1007/s00115-021-01125-w.

Wir bedanken uns bei Becker et al. für die interessante Übersicht bezüglich der Differenzialdiagnose zerebrale Vaskulitis in Abgrenzung vom reversiblen zerebralen Vasokonstriktionssyndrom (RCVS).

Klinisches Leitsymptom des RCVS ist der Donnerschlagkopfschmerz [1]: Dieser lag im beschriebenen Fall nicht vor. Der radiologische Kardinalbefund eines RCVS ist durch eine allenfalls flaue, kurzstreckige und reversible Kontrastmittelaufnahme der Gefäßwand charakterisiert. In der im Leserbrief zitierten Arbeit von Obusez et al. [2] fand sich dementsprechend bei 9 von 13 Patienten mit RCVS keine Kontrastmittelaufnahme der Arterienwand, lediglich bei 4 Patienten wurde von einer diskreten Kontrastmittelaufnahme berichtet. In unserem Fall fanden sich jedoch eine ausgeprägte, konzentrische, langstreckige Kontrastmittelaufnahme (Arteria carotis interna bis M2-Segmente der Arteria cerebri media) sowie ein im Verlauf über 2 Wochen unveränderter Gefäßbefund. Zudem lagen weder die beim RCVS sehr häufigen (vergleiche auch Tabelle im Leserbrief) Parenchym- oder Subarachnoidalblutungen [1] vor.

Zusammenfassend pflichten wir Becker et al. bei, dass das RCVS als wichtige Differenzialdiagnose der zerebralen Vaskulitis anzusehen ist. Die aufgeführten Aspekte scheinen im geschilderten Fall allerdings nicht für diese Möglichkeit zu sprechen.

 

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