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Media Report (in German): In zehn Jahren wird eine Impfung die Erinnerung retten

Noch stehen Mediziner der Alzheimer-Demenz recht hilflos gegenüber. Doch erste Patienten-Studien zeigen, wie der gefürchtete Verfall von Geist und Persönlichkeit aufgehalten oder ganz verhindert werden kann. FOCUS Online fragte den Alzheimer-Forscher Christian Haass, was in zehn Jahren möglich sein wird.

10.10.2016

Was in zehn Jahren therapeutische Wirklichkeit sein soll, wird heute schon an Patienten getestet – so wie die Impfung gegen Alzheimer, die Forscher derzeit Hoffnung macht: Antikörper lassen die Ablagerungen im Gehirn verschwinden und die grauen Zellen wieder besser arbeiten.

In einer aktuellen Studie waren Patienten in sehr frühem Stadium von Alzheimer und leichten Symptomen eingeschlossen. Im Gehirn waren aber schon Plaques nachweisbar. Ihnen wurde der Antikörper Aducanumab in den Blutkreislauf gespritzt. Im Gehirn heftet er sich an Beta-Amyloide und markiert sie.

Dadurch werden die schädlichen Eiweiße für das Immunsystem als feindlich erkennbar und von spezialisierten Fresszellen im Gehirn attackiert. Die Plaques schrumpfen. In der Studie verschwanden sie teilweise ganz und nachfolgende Tests zeigten eine verbesserte Gehirnleistung.

Alzheimer-Forscher Haass fühlt sich bestätigt: „Der Schlüssel für eine Alzheimer-Therapie sind die Beta-Amyloide. Die Plaques stehen ganz oben in einer Kaskade des Gehirnverfalls.“ Alle anderen möglichen Alzheimer-Verantwortlichen – etwa Tau-Proteine im Inneren von Nervenzellen oder Mikroglia-Moleküle, die mit Entzündungen im Gehirn in Verbindung stehen – spielen aber ebenfalls eine Rolle.

 

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